schwertdude's Space http://schwertdude.posterous.com Most recent posts at schwertdude's Space posterous.com Wed, 15 Feb 2012 07:39:00 -0800 Just another Day... http://schwertdude.posterous.com/just-another-day http://schwertdude.posterous.com/just-another-day

Der Job verlief schleppend. Ich konnte noch nie wirklich schlafen. Irgendetwas saß mir immer im Nacken und verhinderte einen süßen Schlummer, wie ihn die meisten Leute schlafen, am nächsten Tag fit aufwachend... Zähne putzen, die Klinge läuft über die Visage und die Stoppeln purzeln wie Bauklötzchen in die Rinne. Dann einen Kaffee und begierig hecheln sie nach der Tageszeitung,
als wär die Welt ein einziges Vergnügen und man würde nur zum Spass die neusten Krankheitsbefunde nachlesen, um sie später bei einem Stück Kuchen mit der Crew auf der Maloche zu bequatschen. Ich habe Menschen immer verachtet, die kein Problem damit haben morgens aus den Federn zu kommen...
die nachdem sie die Augen geöffnet haben nicht zu alleerst die Welt verfluchen, sondern pfeifend unter die Dusche hüpfen. Leute, die Lifestyle & Wellness online buchen, um sich von ihrer allein physischen Erschöpfung zu erholen. Leute, die die geistige Erschöpfung nicht kennen und die zu wenig Sensiblität und Urteilsvermögen besitzen, um jeden Morgen weinen zu wollen. Die meiste Zeit hing ich in der Kaffeeküch rum und versuchte meinem Vorarbeiter aus dem Weg zu gehen, der mir immer unangenehmer wurde. Mit jedem Tag wurde er bissiger und verbissener und nahm auch schon die Geischtszüge eine Hundes an, der einem Knochen nachjagt. Aber dieser Lackaffe war nicht meine einzige Sorge. Ich machte mir wirklich Gedanken um die Spitzel, die in jedem dieser Betriebe ihr Unwesen treiben. Für zwei Dollar mehr die Woche, verraten sie noch ihren besten Freund. Ich war nicht mal auch nur ansatzweise von irgendwem der Freund und musste also besonders auf der Hut sein. Mir war klar, dass so eine Nummer eh nur ein paar Wochen laufen würde. Aber ich brauchte die Lohntüte, besser gesagt, das was drin war, um mich ein wenig zu sanieren. Also tat ich zwar weiter nichts, als faul zu lenzen, aber ich fiel darüber hinaus nicht absichtlich schlecht auf, solange ich mich immer mit einer Halbliterflasche Scotch ausstattete.

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Tue, 07 Feb 2012 07:37:00 -0800 Ohne das Hemd bist du nichts http://schwertdude.posterous.com/102169591 http://schwertdude.posterous.com/102169591

 Als ich ankam, den Zettel vom Jobcenter in der linken, eine Flasche
Brandy in der rechten, war das Hemd schon längst wieder aus der Hose gewandert und meine Krawatte hing auch schon auf Halbmast, als wolle sie vor dem Hemd fliehen, zu der sie nicht passte. Ich sortierte die Krawatte und sprach ihr etwas Mut zu: Bleib ganz ruhig. Man kann sich nicht immer aussuchen, wo man landet. Versuch das Hemd zu nehmen wie es ist. Du brauchst doch ein Hemd! Ohne Hemd bist du doch nichts. Bleib bei deinem Hemd und versuch es irgendwie zu lieben.

Ich dachte daran, gleich wieder abzuhauen. Aber das fand ich nicht fair, der Krawatte gegenüber. Also stiefelte ich gleich auf den hochpoliertesten Knaben, der mir ins Auge fiel und dachte bei mir, das muss doch der Boss sein, wenn er da so rumstolziert, als gehöre ihm die Welt. Es war ein feister Typ mit schlechtem Toupée und Krokodilstiefeln. Hier läuft doch keiner in Krokodilstiefel umher, wenn er sich nicht jeden Abend saftig auf den Buckeln des ganzes schmuddeligen Packs, welches hier rumläuft, die Taschen voll macht, um sich in sein Prachthaus oben auf dem Berg zurückzuziehen und alle Welt über ihre Lage auszulachen. Umsonst hat sich dieser Lümmel sicher nicht die Wampe feist gemacht. Sein Händedruck war war und ekelhaft. Ich glaubte, dass ich seinen Wurm schüttel, nicht aber, dass der wässrige Fladen, der da in der ersten Runde schon in meinen Seilen hing, die Hand eines Mannes sein könne. Bianski? fragte er. Ich antwortete: Zur Stelle. Er wies mich einem Vorarbeiter zu. Das war ein Mann mittleren Alters. Hoch motiviert und ein richtig ehrgeiziges Kerlchen wie mir schien. Er hörte gar nicht mehr auf etwas von Lieferscheinen, Quittungen und Vorkasse zu erzählen. Wann immer er gerade auf seine Liste schaute, genehmigte ich mir einen heimlichen Schluck. Ich nickte müde, als er mich fragte, ob ich es begriffen habe.

 

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Wed, 01 Feb 2012 07:34:00 -0800 Untitled http://schwertdude.posterous.com/102169266 http://schwertdude.posterous.com/102169266

Hey, ich bin Johnny Bianski und eigentlich Maler. Aber irgendwie konnte das Pack, welches über Gut und Schlecht in der Kunstwelt urteilt noch nicht so recht meine Qualitäten erkennen und also zu würdigen wissen. Das zockt mich aber weiter nicht ab... so läuft die Partie halt. Und auch wenn man ein guter Jockey ist, braucht man immernoch einen passablen Gaul, um das Rennen zu machen. Dumm nur, wenn man wieder mal seine ganzen Kröten auf Sieg im 8. Rennen verwettet hat und am Ende nur die Favoriten gewinnen. Dann hat im Grunde niemand viel vom Rennen außer der Bank, aber die lacht sich ja eh immer ins Fäustchen. Also trudel ich viel in der Weltgeschichte rum. Irgendwie wird’s mir nach ner Weile dann doch überall zu blöde und ich bleibe an keinem Ort länger als ein paar Wochen, je nach dem halt, wies gerade so läuft. Jetzt war ich ein paar Tage in Jersey, lungerte viel rum und trank eine ganze Menge Wein, um nicht alles und jeden beschissen zu finden. Aber als Mrs. Hankock langsam zappelig wurde, dass ich ihr die Miete mal wieder nicht rausgeben konnte, schien es mir an der Zeit, mir einen Job zu suchen. Es tat weh. Der Gedanke nur für das Nötigste, also für ein Packung Toastbrot und etwas Erdnussbutter und vor allem dafür dass Mrs. Hankcock mir nicht jeden Morgen die Hölle heiß macht, mit ihrer rauchigen Stimme, irgendwo für einen Hungerlohn schon um 6 Uhr früh auf der Matte zu salutieren, bereitete mir Kummer. Aber was soll man machen. Ich nahm meine besten Paar Hosen aus dem Koffer und fand selbst diese noch fleckig und fadenscheinig. Dazu das passende Paar Treter und ein knallgelbes Hemd, auf dem sich die Schweißränder wie ins Unsichtbare verliefen und meine Bewerbungsmontor stand. Jetzt noch ein scheinheiliges Grinsen aufmachen und ab ins Karrierecenter von Jersey. Ich finde diesen Namen ja nach wie vor etwas irreführend, aber ich war bereit mich ein wenig zu erniedrigen. Als mir dann eine magere Type vom Arbeitsamt einen Job als Packer in einem Betreib für Autozubehör vorschlug, fand ich das gerade schlecht genug, um meinem Ego mal wieder selbst eins über die Rübe zu geben.

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